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Bildung

Frauen sind der Motor im Bildungsbereich. Bildung beeinflusst andere Lebensbereiche wie kein zweites Thema, sie ist das Kapital für einen erfolgreichen Lebensweg. Die Frage der Bildung sowie der Aus- und Weiterbildung ist wesentlich für das Vorankommen von Frauen und ist Grundlage für ein gerechtes Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben. Bildung entscheidet über den Lebensweg und die Karriere, Bildung wird zwar von Frauen vermittelt, aber nicht im ausreichenden Ausmaß von ihnen gestaltet. 60 % aller Maturantinnen und Maturanten in Österreich sind weiblich, zwei Drittel dieser Maturantinnen wechseln an Hochschulen. Auch hier sind Frauen mit über 52 % repräsentiert. Weibliche Dominanz gibt es außerdem auf Seiten der Lehrer: 70 % aller Lehrenden an Schulen sind Frauen, im Pflichtschulbereich liegt der Frauenanteil sogar bei 90%. Deshalb ist Bildung vor allem auch aus der Sicht von Frauen zu betrachten. Das Bildungssystems soll von den wahren Expertinnen gestaltet werden: Erstens von Frauen, die bereits direkt an der Bildung der nachfolgenden Generationen teilhaben, den Lehrerinnen. Des Weiteren werden wir einen Fokus auf die Aus- und Weiterbildung von Frauen im Berufsleben legen und fordern zum dritten eine Verbesserung der Situation für die oft vergessene Gruppe von Frauen in und nach der Karenz.

Beteiligungsprozesse bei Schulneubau und Schulsanierung

Wir fordern das aktive Miteinbeziehen von Bürgerinnen und Bürgern, wenn grätzel- oder standortbezogene Probleme im Land oder Bezirk auftauchen. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist das Miteinbeziehen von Direktion, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern bei der Ausgestaltung und Sanierung der Schule. Außerdem stellen Containerklassen bei Schulen im Umbau ein Problemfeld dar. Die ÖVP Wien hat hier im Februar 2012 bereits einen Antrag gegen den Wildwuchs von Containerklassen eingebracht. Die Container dürfen keineswegs eine Dauerlösung darstellen, sondern allenfalls eine zeitlich begrenzte Notlösung sein.

» In den Bezirken:

8. Bezirk: Volksschule Pfeilgasse: Bislang haben die Schulpartner kein Mitspracherecht bei Sanierungsmaßnahmen; bei der geplanten Innenhofsanierung sollen die Direktion, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern eingebunden werden.
14. Bezirk: Volksschule Diesterweggasse: Der Schulgarten fällt Containerklassen zum Opfer.

Demokratieverständnis - Politische Bildung bereits in der Schule

Ein verbessertes Persönlichkeitswahlrecht, sowie ein gutes Vorzugsstimmensystem verlangen demokratiepolitische Bildung. Die Bildung von Schülerparlamenten und Jungendparlamenten ist ein wichtiger Schritt, um demokratiepolitisches Verständnis bereits in der Schule zu vermitteln und Politik aktiv zu leben. Der Wiener Landtag hat einen Beschluss zu fassen, dass in der 7. und 8. Schulstufe verpflichtend ein Schülerinnen- und Schülerparlament in jeder Klasse durchgeführt werden muss.

» In den Bezirken:

6. Bezirk: Ein Jugendparlament wird in Mariahilf schon lange gefordert, um die Vorstellungen der nächsten Generation einbringen zu können.

Weiterbildung von Frauen in Karenz fördern

Oft haben Frauen den Wunsch die Karenz für Weiterbildung zu nutzen. Wir fordern die Förderung von Weiterbildungsangeboten durch die Stadt Wien in der Karenzzeit, um den Wiedereinstieg in den Beruf für Frauen zu erleichtern und zu helfen, die Folgewirkungen der Berufspause für Wiedereinsteigerinnen einzuschränken. Das kann etwa in Form eines Bildungsschecks erfolgen.

Weiterbildung für ältere Arbeitnehmerinnen

Ein Bereich, dem von Rot/Grün gar keine Beachtung geschenkt wird, umfasst ältere Arbeitnehmerinnen, die in die Selbständigkeit gedrängt werden. Am Markt als unvermittelbar zu gelten trotz jahrzehntelanger Berufserfahrung ist ein unhaltbarer Zustand. Die Stadt hat Unterstützungsmöglichkeiten bei Arbeitssuche, sowie Weiterbildungen und Seminare anzubieten, vor allem in den Bereichen Internetauftritt und Social Networks.

Elternberatung

Elternberatung muss vermehrt angeboten werden, sowohl während der Schwangerschaft als auch in den ersten Monaten nach der Geburt. In Wien muss es eine zentrale Anlaufstelle geben, die die Angebote bündelt. Derzeit dominieren einzelne, unübersichtliche Angebote von Elternberatung, die nicht für jede Frau zugänglich sind.

One-Stop-Shop in der Weiterbildung

Derzeit gibt es zu viele und vor allem unübersichtliche Auflistungen von Anlaufstellen für Weiterbildungsmaßnahmen. Wir fordern einen „One-Stop-Shop“, bei dem Frauen sich unbürokratisch über alle Formen der Weiterbildung objektiv informieren und diese vor Ort beantragen können.

Aus- und Weiterbildung von Lehrenden

Pädagoginnen sehen sich oft mit Situationen konfrontiert, die weder ihr Aufgabengebiet umfassen, noch in der Ausbildung thematisiert wurden. Es muss zu einer Entflechtung von der Tätigkeit als Lehrerin und Sozialarbeiterin kommen. Das wichtigste ist, dass Lehrerinnen und Eltern dabei ein gemeinsames Ziel haben: Unsere Kinder sind unsere Zukunft! Wir fordern eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Lehrenden mit einer vergleichbaren Basisausbildung für Volksschul- und Unterstufenpädagogen. Diese Ausbildung sollte modulartig absolviert werden können, um die Berufszufriedenheit zu fördern. Des Weiteren dient dies zur Prävention von Burn-Out, und Betroffene können auf diese Art leichter in einen anderen verwandten Berufszweig wechseln.

Pädagogische Aus- und Weiterbildung von Nachmittagsbetreuerinnen

Vor allem im Bereich der Nachmittagsbetreuung darf die Qualität des Personals nicht leiden, Kinder sollen schließlich gut betreut und nicht aufbewahrt sein. Leider ist dies – besonders im Bereich der Offenen Volksschulen – nicht immer der Fall. Betreuungspersonen haben oft nur eine geringe Ausbildung von nur wenigen Stunden und sind somit nicht qualifiziert, Kinder am Nachmittag pädagogisch zu betreuen. Wir fordern daher eine pädagogische Ausbildung auch für Nachmittagsbetreuungspersonal. Außerdem sollen in allen Horteinrichtungen Wiens geschulte Lehrkräfte für mindestens zwei Stunden am Nachmittag beschäftigt werden, die mit Kindern die Aufgaben machen, ihre Stärken fördern und Eltern auf mögliche Lernschwierigkeiten hinweisen.

Pädagogischer Beruf für Frauen & Männer

Kindererziehung ist Männer- und Frauensache. Dies muss eine Selbstverständlichkeit werden; auf Berufsinformationsmessen und mit Unterstützung der Medien sollen pädagogische Berufe, vor allem im Pflichtschulbereich, auch für Männer wieder attraktiver gemacht werden.

Stop der Lehrereinsparungen

Ein Dauerthema ist das mangelhafte Betreuungswesen - sowohl in der Qualität als auch in der Quantität (zeitlich und örtlich). Allein im Jahr 2010 wurden in Wien über 200 Lehrerinnen und Lehrer eingespart. Der Wiener Stadtschulrat hat über den mit dem Bund akkordierten Stellenplan hinaus zu wenig Dienstposten vergeben und die Stadt Wien ist im Unterschied zu den anderen Bundesländern nicht bereit, diese Personalkosten zu tragen. Des weiteren wurde an den Wiener Pflichtschulen ein Aufnahmestopp verhängt, denn die Stadt ist nicht bereit, die Kosten für diese dringend benötigten Lehrerinnen und Lehrer zu übernehmen. Im Vergleich: Alle anderen Bundesländer Österreichs leisten sich - zusätzlich zum vom Bund festgelegten Finanzausgleich – weitere Lehrerinnen und Lehrer. Dies würde in Wien etwa 2 Mio. Euro kosten. Im Vergleich zu den exorbitant hohen Ausgaben, etwa im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, wäre diese Maßnahme in die Investition von Bildung ein absolut notwendiger Schritt.