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Selbstständigkeit

Die Wiener ÖVP Frauen stehen für Eigenständigkeit und ein selbstbestimmtes Leben. Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass Frauen die freie Wahl haben, wie sie ihr Leben gestalten wollen, sowohl in beruflicher als auch in privater Hinsicht. Hierbei geht es darum, dass Frauen in jeder Phase des Lebens frei und selbstbestimmt in den Fragen wie der Berufswahl oder der Kinderbetreuung entscheiden, sowie über ihre Ausbildung bestimmen können.

Unternehmerin sein – Ein Thema, das sehr plakativ für die Selbständigkeit der Frau steht. Viele Frauen nutzen ihre Chancen in der Wirtschaft. Rund 37 % der Selbständigen in Österreich sind Frauen, womit Österreich über dem EU-Durchschnitt von etwa 30 % liegt. Zwei Drittel der Unternehmerinnen machen sich als Ein-Personen-Unternehmen (EPU) selbständig. In Wien wurden 2011 insgesamt 6794 neue Unternehmen gegründet - davon 3975 (45,3%) von Frauen. Gerade die Gründerphase ist mit vielen Hürden verbunden, wie zum Beispiel bei der Betriebsanlagengenehmigung oder der Kapitalbeschaffung. Mit dem Status Quo ist die amtierende Stadtregierung offenbar zufrieden, denn auch die Wiener Wahlprogramme 2010 von SPÖ und Grünen, sowie auch der FPÖ, bieten wenig bis gar nichts für Unternehmerinnen.

Rasch zum eigenen Unternehmen

Betriebsanlagengenehmigungen sollen innerhalb von einem Monat abgewickelt werden. Wir fordern eine maximale Bearbeitungsdauer von vier Wochen, wie es beispielsweise in Oberösterreich auch schon der Fall ist.

Service und Beratung

Das Know-How von Frauen in finanziellen und rechtlichen Bereichen, insbesondere in steuerlichen Fragen, ist laut einer Studie der Wirtschaftskammer Österreich schwächer ausgeprägt als das der Männer. Unternehmensgründerinnen sehen sich mit einem Dschungel von Bestimmungen konfrontiert. Unternehmensgründerinnen in Wien erhalten Information und Service ausschließlich von der Wirtschaftskammer, die bereits umfassende Beratung leistet. Diese Einrichtungen sind von der Stadt Wien zu fördern, weil sie sowohl Frauen zu Eigenständigkeit und Unabhängigkeit verhelfen, als auch die Wirtschaftskraft in Wien stärken.

Kreditvergabe

Die Gründung eines Unternehmens ist oft mit der Aufnahme von Krediten und somit mit einem einhergehenden Risiko verbunden. Frauen gründen vermehrt Unternehmen, die weniger kapitalintensiv sind. Frauen gründen oft auch kleine Unternehmen, für die die Beschaffung von Fremdkapital deutlich schwieriger ist. Wir fordern daher die Stadt Wien auf, mit einer allgemeinen, unbürokratischen Landeshaftung für Kredite von Kleinbetrieben (Kredithöhe bis zu 20.000€) Unternehmerinnen zu unterstützen.

Gemeinsame Büroräumlichkeiten

Selbständige wünschen sich Besprechungsräumlichkeiten und Büroräume, die sie bei Bedarf mieten können und die sich im Bezirk befinden. Besonders wichtig ist hierbei die Vermittlung und Zur-Verfügung-Stellung von kostengünstigen Besprechungs- und Büroräumen.

» In den Bezirken:

1. Bezirk: Die Wirtschaftskammer stellt in der Operngasse Räumlichkeiten zur Vermietung zur Verfügung, um lange Fahrzeiten zu vermeiden.
2. Bezirk: Es gibt viele leerstehende Büroflächen, wie zum Beispiel im Galaxy-Tower, die für gemeinsame Büroräumlichkeiten genützt werden könnten.
5. Bezirk: Viele Geschäftslokale stehen leer, besonders an der Margaretenstraße. Diese sollen einer sinnvollen Nutzung für Büro- und Wirtschaftsgemeinschaften, vor allem für Jungunternehmerinnen, zugeführt werden.
11. Bezirk: Die Simmeringer Hauptstraße ist kaum mehr belebt, geschweige denn wirtschaftlich nachhaltig genutzt. Hier muss eingegriffen werden, um die Geschäfte wieder attraktiver werden zu lassen.
17. Bezirk: Die Hernalser Hauptstraße ist eine sterbende Geschäftsstraße. Hier könnte sowohl eine Gesundheitsmeile errichtet werden, wobei die Nähe zum AKH sehr förderlich wäre, als auch Geschäftslokale an Start-Ups und Jungunternehmen zu günstigen Preisen vermietet werden.

Frauen in Führungspositionen - Quote in Unternehmensbeteiligungen der Stadt Wien

Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern machen deutlich mehr Gewinn. Dies zeigt eine Studie von Ernst&Young im Jänner 2012, die belegt, dass Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern deutlich mehr Umsatz und Gewinn erzielt haben, als Firmen ohne Frauen in Führungspositionen. Österreich hat hier allerdings enormen Nachholbedarf: Nur 3% der Vorstände waren bei diesen heimischen Unternehmen im Jahr 2005 und 2010 weiblich. Damit lag Österreich unter 15 untersuchten europäischen Ländern an drittletzter Stelle.

Auch in Wien sind Frauen in Führungspositionen eine Seltenheit und deutlich unterrepräsentiert. Der Bundesbeschluss über 35% Quote bis 2018 in den Aufsichtsräten in öffentlichen Unternehmen ist ein erster Schritt. Das muss auch in Wien mit seinen rund 260 Unternehmensbeteiligungen möglich sein.

Kinderbetreuung

Für alle berufstätigen Mütter ist das Thema „Kinderbetreuung“ von essentieller Bedeutung. Ausreichende, qualitativ hochwertige Betreuungsplätze mit langen Öffnungszeiten und Ferienbetreuung sind unumgänglich. In Wien gab es im 1. Halbjahr 2011 insgesamt 357 städtische Kinderbetreuungseinrichtungen mit 36.707 Plätzen, wobei der Großteil der Plätze auf die über dreijährigen Kinder aufgeteilt ist. Für Kinder unter drei Jahren bleiben somit nur 5.328 Plätze von der Stadt Wien übrig, für 53.518 Babies und Kleinkinder im Alter von 0-3 Jahren. Das bedeutet, dass von der Stadt Wien nicht einmal für jedes zehnte Kind ein Betreuungsplatz vorhanden ist. Sonstige Betreuungsplätze werden von Privaten zur Verfügung gestellt. Im Sinne der Wahlfreiheit sollen berufstätige Mütter außerdem die Möglichkeit haben ihre Kinder je nach ihren individuellen Bedürfnissen betreuen zu lassen. In Wien gibt es derzeit nur 1.383 von der Stadt Wien zur Verfügung gestellte Plätze bei Tagesmüttern.

Kinderbetreuung ist immer noch hauptsächlich Frauensache, oft ist hier die Möglichkeit zur Wahlfreiheit gar nicht gegeben, da vor allem in den Randbezirken zu wenig Betreuungsplätze vorhanden sind. Derzeit fehlen in Wien noch mehr als 10.000 Plätze. Zusätzlich verschärft wird die Lage noch durch das absolut notwendige verpflichtende Kindergartenjahr und die Tatsache, dass immer mehr Betreuungsplätze für unter 3jährige notwendig sind. Hier mangelt es oftmals an der notwendigen Koordination und oftmals auch an der Qualität. Wir fordern einen bedarfsgerechten Ausbau der Wiener Kindergärten bis 2013 und ausreichend Kinderbetreuungsplätze mit flexiblen Öffnungszeiten, auch während der Schulferien.

Abschaffung des Berufstätigkeitsnachweises

Um in Wien sicher einen Kindergartenplatz für sein Kind zu bekommen, muss eine Berufstätigkeit mittels Einkommensnachweis oder eine Einstellungszusage nachgewiesen werden. Viele Dienstgeber verlangen jedoch die Garantie einer Betreuung der Kinder bevor man einen Job bekommt. Weiters können Frauen oft auch keine Arbeit annehmen, wenn der Kindergartenplatz erst Wochen später zugesagt werden kann. Wir fordern daher eine Aufhebung dieser Bestimmung und einen Anpassung an die realen Gegebenheiten.

» In den Bezirken:

3. Bezirk: Nachmittagsbetreuung und Kindergarten-Plätze fehlen, zum Beispiel in der VS Eßlarngasse. Kinder müssen hier zur Nachmittagsbetreuung in die Klosterschule Erdbergstraße.

Bauliche Situation der Kindergärten

Viele Kindergärten stammen aus den 50er- und 60er Jahren und gehören dringend renoviert. Besonders in den Flächenbezirken stellt dies ein großes finanzielles Problem dar, das von den Bezirken alleine nicht bewältigt werden kann. Hier muss die Stadt Wien tätig werden und die Renovierung unter Einbeziehung der Wünsche von Kindergartenleitung, Betreuerinnen und Betreuern, sowie Eltern vorantreiben, um den Kindern optimale Räumlichkeiten anbieten zu können. Wir fordern ein umfassendes Sanierungspaket für Kinderbetreuungsstätten, für das die Stadt Wien einen finanziellen Anteil leistet.

Koordination zwischen Schule –Kindergarten – Hort

Oft besuchen Kinder einen Kindergarten, wobei Geschwisterkinder aber nicht in der räumlich nächstgelegenen Schule unterkommen. Ein weiteres Problem manifestiert sich darin, dass Kinder einer Volksschule im hauseigenen Hort keinen Betreuungsplatz finden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach der Schule zu einem benachbarten Hort fahren müssen und infolge dessen mehrere Straßen alleine zu Fuß überqueren. Diese Gegebenheiten sind untragbar und erfordern eine bessere Koordination, da dies oftmals große Probleme für betroffene Kinder, sowie eine unnötige zeitliche Mehrbelastung für Mütter darstellt. Es muss möglich sein, dass Kinder den schuleigenen Hort besuchen können und Geschwisterkinder in ein und demselben Standort untergebracht werden können.

» In den Bezirken:

14. Bezirk: OVS Hadersdorf: Hier ist der Hort für OVS Kinder nicht zugänglich, die OVS hat aber keine Sommerbetreuung. Die nächste Schule ist eine halbe Stunde mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt

Förderung von Betriebskindergärten

Mehrere Klein- und Mittelbetriebe sollen die Möglichkeit haben, einen Betriebskindergarten einzurichten. Da dies einen Mehrwert für alle Beteiligten darstellt, muss dies von der Stadt Wien entsprechend gefördert werden. Somit haben die Eltern das gute Gefühl, ihr Kind in der Nähe zu wissen, und ersparen sich außerdem lange Anfahrtszeiten und Umwege sowohl vor als auch nach der Arbeitszeit. Vor allem große Unternehmen sollen verstärkt Betriebskindergärten anbieten, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Zusätzlich sollten Unternehmen sich regional zusammenschließen und gemeinsam einen Betriebskindergarten führen, was vor allem für den Wiedereinstieg in den Beruf von großem Vorteil ist.

Erweiterung des Pflegeurlaubes

Jedes Kind hat ein Recht auf beide Elternteile. Daher setzen wir uns für eine Neuregelung des Pflegeurlaubs ein – auch das ist ein Schritt, um Kindern die Betreuung durch Mütter und Väter zu ermöglichen und die Eltern besser zu unterstützen. Wir fordern die Erhöhung des Pflegeurlaubes auf zwei Arbeitswochen pro Jahr. Diese Erhöhung nützt den Eltern tatsächlich bei der Betreuung ihrer Kinder. Des Weiteren muss eine Ausdehnung des Pflegeurlaubs auf erkrankte Kinder, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, erfolgen. Aufgrund der Scheidungsrate von über 50% in Österreich leben viele Kinder nicht mit beiden Elternteilen gemeinsam, daher sollen Mütter und Väter dabei unterstützt werden, für ihre Kinder auch da sein zu können.