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Integration

Eine gelungene Integration muss bei den Frauen ansetzen. Hier geht es um den Schutz von Frauenrechten und eine gelebte Gleichberechtigung. Dazu gehören unter anderem das Erlernen und Beherrschen der deutschen Sprache als wesentliche Voraussetzung, der gegenseitige Respekt sowie die Wahrung der Menschenrechte. Für uns ist klar, Integration darf keine Einbahnstraße sein, sondern muss immer von beiden Seiten getragen werden.

Im Ausland geborene Frauen schlossen häufiger als Männer ihre Ausbildung noch im Heimatland ab – 72,4% der Migrantinnen stehen 69,3% der Migranten gegenüber. Insbesondere Serbinnen (83,2% bzw. 49.100) und Frauen aus sonstigen Drittstaaten (80,1%; 75.500) sind hervorzuheben. Von den ausschließlich haushaltsführenden Migrantinnen im Alter von 15 bis 74 Jahren sind es sogar neun von zehn, die eine abgeschlossene Ausbildung haben. Dies zeigt, dass nicht mangelnde Bildung, sondern Sprachkenntnisse die Herausforderung sind. Die Anerkennung der Abschlüsse aus Heimatländern stellt auch für Migrantinnen eine große Hürde dar.

Tabelle: http://integrationsfonds.at/wien/zahlen_fakten/

Männerbildung

Diskriminierung von Frauen beginnt nicht selten bereits im Familienverband. Oft kommen Migrantenfamilien aus Gesellschaften, in denen die Gleichberechtigung von Mann und Frau keine Selbstverständlichkeit ist. Frauen von Gleichberechtigung zu erzählen, ist alleine keine Lösung, denn Männer verstehen oft die Hintergründe dazu nicht. Daher ist vor allem einmal in der Männerbildung anzusetzen, um Migranten mit dem Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau vertraut zu machen. Jeder Mann in Österreich, egal welcher Herkunft, muss akzeptieren, dass Männer und Frauen hier die gleichen Rechte haben. Erst wenn das Verständnis auf beiden Seiten für die Gleichstellung von Frauen und Männern vorhanden ist, kann der Prozess einer wirklichen Integration starten. Daher fordern wir Integrationsprogramme speziell für Männer zum Thema Gleichberechtigung und Selbstständigkeit von Frauen.

Integrationskompetenz und Budget für die Bezirke

Damit Bezirke autonom und spezifisch diverse Projekte mit dem Schwerpunkt Integration und Migration unterstützen können, ist es wichtig, dass diese über einen eigenen „Budgettopf“ verfügen, der von der Stadt Wien in Form eines Budgetzuschusses abhängig vom Migrationsanteil bereitgestellt werden soll, denn die Bezirke wissen, welche Maßnahmen vor Ort zu treffen sind. Damit sollen Vorhaben, wie etwa Sprachförderung, autonom gefördert werden und die Bedürfnisse und Problemfelder direkt von den Bezirken aufgegriffen werden.

Ein frauenspezifisches Integrationsprogramm

Ein konkretes frauenspezifisches Integrationsprogramm ist ein absolutes Muss für die Stadt Wien. Auch das Verständnis von Männern für die Integration von Frauen muss vorangetrieben werden, da diese oft die Gleichstellung von Mann und Frau nicht akzeptieren, und ihre Frauen in der Folge bewusst von Integrationsprozessen abhalten. Daher fordern wir, dass die Stadt Wien Experten beauftragt, ein parteiunabhängiges, frauenspezifisches Integrationspapier zu erarbeiten, das jeweils bezirksspezifisch zu adaptieren ist.

Integration durch Sprache – Förderung von Deutschkursen

Die Förderung für das Erlernen der deutschen Sprache ist der wichtigste Punkt für eine erfolgversprechende Integration. Hier sollen vor allem für Frauen Deutschkurse und Programme zur Integration im deutschsprachigen Umfeld, wie etwa Mentoring-Programme, verstärkt gefördert werden.

Die Nostrifizierung

Die zeitgemäße Berufsanerkennung mit raschen und effizienten Verfahren muss Realität werden. Die Anerkennung sollte als erster Schritt von den Berufsbehörden übernommen werden, diese könnten gegebenenfalls Zusatzqualifikationen, wie etwa Deutschkenntnisse, einfordern. Die Anerkennung von Bildungsabschlüssen aus dem Ausland ist der Schlüssel zu einem gleichwertigen Beruf auch in Österreich.

Integrationskommission

Wir fordern ein flächendeckendes Integrationskonzept für Wien mit bezirksspezifischen Schwerpunkten, dessen Umsetzung durch eine Kommission für Integration in allen Bezirken gewährleistet sein muss. Derzeit gibt es nur in fünf Bezirken (3,6,9,16,20) eine Integrationskommission und des weiteren nur im 6. Bezirk eine Frauenkommission. Im 20. Bezirk sind Frauen- und Integrationsagenden innerhalb der Kommission für Soziales, Senioren und Jugend installiert. Es ist wichtig, dass sich diese Kommission ausschließlich mit dem Thema Migration und Integration beschäftigt und die Umsetzung des frauenspezifischen Integrationsprogrammes gewährleistet.

 » In den Bezirken:

15. Bezirk: Die Organisation
„JUVIVO“ muss in eine Plattform
Integration eingegliedert werden. 
8. Bezirk: Vernetzung von Vereinen die sich mit Integration beschäftigen.